Die Autoren und ihre Beiträge

1. Kapitel: Anwärmen

'Auf allen Stühlen' ist eine kreative Methode, die schon bei der Ankunft der Teilnehmer für reichlich Irritation und Gesprächsstoff sorgt. Viola Zintl beschreibt, wie die in einem System vorhandenen Veränderungsthemen und die unterschiedliche Wahrnehmungen der Beteiligten auf kreative Weise ans Licht gebracht werden können.

Markus Püttmann nutzt Fotos aus dem Unternehmenskontext um einen assoziativen Prozess in Bezug auf das Workshopthema anzuregen. Die ‚Kommentierte Fotorevue’ weckt Gefühle, sorgt für überraschende Einblicke und gibt Denkanstöße.

Barbara Heitger und Anna Schweiger präsentieren ein Tool, das einen sofortigen Einstieg in die Systemdiagnose ermöglicht. ‚Der Unterschied bringt’s’ schafft eine konzentrierte Atmosphäre, aktiviert die Teilnehmer und macht relevante Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den anwesenden Gruppierungen direkt sichtbar.

Barbara Zuber und Christian Grätsch stellen eine analoge Intervention vor, die auf fantasievolle Weise die Bestandsaufnahme einer Ausgangssituation aus den Blickwinkeln der Beteiligten ermöglicht. Die Teilnehmer gestalten ihre persönlichen ‚Arbeitslandschaften’ und verdeutlichen damit, wie sie sich selbst im Kontext des Workshopthemas subjektiv erleben.

Andreas Terhoeven beschreibt die Einstiegsmethode ‚Transfer-In’, welche die emotionale, intuitive, körperliche und mentale Bewusstseinsebene der Teilnehmer aktiviert. Erst allein, dann im Dialog zu zweit und zuletzt im Kreis der Gruppe erkunden die Teilnehmer die eigenen und fremden Sichtweisen und Emotionen in Bezug auf das Workshopthema.

Frank Wippermann stellt mit ‚Pinocchio’ ein Tool vor, das Transparenz bezüglich der Wünsche und Befürchtungen der von einer bevorstehenden Veränderung betroffenen Menschen herstellt. Dabei veröffentlichen die Workshop-Teilnehmer nicht nur die eigenen Erwartungen – sie „erraten“ auch die Erwartungen der anderen Akteure.

Christiane Barho konfrontiert Führungskräfte gleich zu Beginn des Workshops mit einer provokanten Frage: ‚Wie glaubwürdig sind Sie?’. Das Tool ermöglicht es den Teilnehmern, die eigene (Führungs-)Rolle zu reflektieren, im Plenum vorzustellen und ein direktes Feedback der Kollegen zu erhalten, inwieweit die Aussagen als authentisch erlebt werden.

Armin Rohm sensibilisiert mit Hilfe des interaktiven Experiments ‚Dynaxity’ für den Zusammenhang von Dynamik, Komplexität und Produktivität in der Projektarbeit. Die Workshop-Teilnehmer optimieren zunächst einen vorgegebenen Produktionsprozess, bekommen dann so lange zusätzliche Projekt- und Sonderaufgaben übertragen – bis sie am Ende scheitern.
 

2. Kapitel: Orientieren

Birgit Rocholl stellt ein ganzheitliches Diagnose- und Entwicklungsinstrument für Organisationen vor, mit dessen Hilfe sich komplexe Sachverhalte einfach und strukturiert abbilden lassen. Der ‚Organisationskompass’ macht die Stärken und Entwicklungsbedarfe eines Unternehmens deutlich, so dass gezielt Veränderungsmaßnahmen initiiert werden können.

Lorenz S. Forchhamer nutzt den ‚Kulturprofil-Indikator’, um Führungskräften ein grundlegendes Verständnis für Unternehmenskultur zu vermitteln. Die Akteure finden eine klare Sprache, wie sie gemeinsam die IST-Kultur Ihrer Organisation beschreiben, die erwünschte ZIEL-Kultur entwerfen und den dafür erforderlichen Changeprozess einleiten können.

Mit Hilfe der ‚Energielandkarte’ lassen sich die in einer Organisation wirksamen individuellen und kollektiven Energiezustände eindrucksvoll abbilden. Burkhard Bösterling zeigt, wie mit einer einfachen Matrix Gemeinsamkeiten und Unterschiede, aber auch Veränderungen über die Zeit interaktiv erkundet werden können.

Die von Claudia Bingel und Christian Berndt vorgestellte ‚Team-Faktoren-Reflexion’ untersucht sieben Faktoren für erfolgreiche Teamarbeit und verdeutlicht die wesentlichen Zusammenhänge der Dynamik innerhalb einer Gruppe. Die Anwendung des Tools macht in kurzer Zeit Störungen besprechbar, unterschiedliche Sichtweisen transparent und bietet damit die Chance, die Teamperformance zu verbessern.

Robert Dietrich zeigt, wie Teams anhand der Metapher einer ‚Ballonfahrt’ untersuchen können, welche Faktoren das Erreichen eines angestrebten Ziels behindern. Perspektivenwechsel und Umdeutungen helfen, Widerstände und Befürchtungen zu benennen, ihren Sinn zu verstehen und gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie dieser „Ballast“ abgeworfen werden kann.

Isabella Klien präsentiert den ‚Kreislauf der Veränderung’, der emotionale Phasen des Wandels beschreibt und insbesondere die Bedeutung von Trauerprozessen betont. Die Intervention klärt, ob die Mitarbeiter einer Organisation bereit und in der Lage sind, sich auf eine bevorstehende Veränderung einzulassen oder ob es noch Zeit und Raum braucht, um das Vergangene loszulassen und sich von Verlorenem zu verabschieden.

‚Das Bein muss ab’ ist ebenfalls ein Tool, das es den Beteiligten ermöglicht, sich intensiv mit den eigenen und fremden Emotionen in Trauerprozessen auseinanderzusetzen. Luise Lohkamp zeigt, wie ein herausforderndes Rollenspiel als Einstieg genutzt werden kann, um Ideen zur Bewältigung der jeweiligen Veränderungsphasen zu generieren und die Akzeptanz des Neuen zu unterstützen.

Im ‚Café Xundheit’ bearbeiten Führungskräfte und Mitarbeiter in zwangsloser Kaffeehaus-Atmosphäre das Thema „Gesundheit im Betrieb“. In Anlehung an die Methode world café beschreibt Silvia Gysel, wie die Teilnehmer einer Großgruppenveranstaltung in einen intensiven Austausch treten, in dem das Potenzial aller zukunftsorientiert genutzt wird.
 

 
3. Kapitel: Bearbeiten

Katja Vittinghoff stellt den ‚lebenden Themensandwich’ vor – eine effektive, spielerische Methode, um in kürzester Zeit eine Vielzahl an Sachthemen in Großgruppen vorzustellen und zu verankern. Die vorgestellten Inhalte werden durch Stellvertreter „lebendig“ und gehen mit den Workshopteilnehmern in einen anregenden Austausch.

Frank Schache-Keil und Frank Wippermann beschreiben ein Verfahren, mit dessen Hilfe die heute wirksamen Routinen innerhalb einer Organisation identifiziert, für die angestrebte Zukunft nutzbar gemacht und/oder verändert werden können. ‚Reine Routine’ überprüft durch eine Reihe von Interventionen die Tauglichkeit bestehender und zukünftiger Routinen in Bezug auf ein Veränderungsvorhaben.

Michael Gommel präsentiert die ‚Konsens-Pyramide’, ein vielseitiges Werkzeug zur Erarbeitung gemeinsamer Werte, Ziele oder Ideen. Das Tool macht unterschiedliche Sichtweisen (z.B. zwischen Berufsgruppen oder Organisationseinheiten) bewusst, fördert das gegenseitige Verständnis und ermöglicht gemeinsame Veränderungen im Dialog.

Michaela Belitz und Werner Büning stellen mit dem ‚BC-Tool for roll change’ eine interaktive Methode zur Bearbeitung von Entscheidungsdilemmata in Veränderungssituationen vor. Eine im Stile einer Live-Talkshow inszenierte, äußerst lebhafte, kontroverse Diskussionsrunde sorgt dafür, dass bekannte und neue Sichtweisen zum Thema ebenso ans Licht kommen wie die Gefühle der Beteiligten.

‚SCAMPER’ ist eine Brainstormingtechnik zur schnellen Sammlung und Visualisierung von Ideen zur Optimierung bestehender Strategien, Prozesse, Strukturen, Produkte oder Dienstleistungen. Armin Rohm zeigt, wie der Aufmerksamkeitsfokus der Teilnehmer mit Hilfe von sieben prägnanten Leitfragen effizient auf unterschiedliche Lösungsansätze gelenkt werden kann.

Claudia Bingel und Christian Berndt beschreiben wie die Kommunikationsbeziehungen in einer Gruppe aus Sicht und unter aktiver Beteiligung der Betroffenen visualisiert werden können. Die Erarbeitung und Auswertung des ‚Kommunikations-Soziogramms’ macht unterschiedliche Sichtweisen transparent, verdeutlicht bestehende Störungen und bietet die Chance, Verabredungen zur Verbesserung der Kommunikation zu treffen.

Zur Unterstützung der Teilnehmer bei der verbindlichen Umsetzung eines definierten Ziels kombiniert Jörg Meyer zwei Projekttools. Das Toolpaket ‚Planbar’besteht aus dem Projektstrukturplan, welcher die einzelnen Aufgaben bzw. die Aufgabenpakete identifiziert und dem Gantt-Diagramm, welches die Ergebnisse in einen zeitlichen und personellen Zusammenhang bringt.

Lars Burmeister und Leila Steinhilper erläutern, wie Organisationen ‚gescheiter scheitern’ können, indem sie misslungene Projekte offen thematisieren und systematisch aus Fehlern lernen. Die Teilnehmer identifizieren gemeinsam die Höhen und Tiefen des Projekts, diskutieren die Learnings aus den drei Perspektiven Individuum/Mitarbeiter, Management und Organisation als Ganzes und erarbeiten konkrete Maßnahmen für die Zukunft.
 

 
4. Kapitel: Abschließen

Andrea Ramscheidt beschreibt eine Methode zur nachhaltigen Verankerung von individuellen Veränderungen, welche die Teilnehmer unmittelbar nach dem Workshop im eigenen Tagesgeschäft umsetzen möchten. Die ‚Transfer-Spirale’ erzeugt ein positiv besetztes Zielbild, welches die Akteure im Alltag jederzeit an ihre Absicht erinnert und dadurch die Realisierung wirksam unterstützt.

Bernd Schifferdecker stellt mit ‚Brennpunkt!’ eine Methode zum kreativen Abschluss eines komplexen Projekts vor. Die Teilnehmer drehen gemeinsam einen Film im Stile einer Nachrichtensendung. Dabei reflektieren sie den Projektverlauf, würdigen die erbrachte Leistung, setzen einen sachlichen und emotionalen Schlusspunkt und schaffen eine dauerhafte Erinnerung.

Renate Franke und Barbara Zuber präsentieren das ‚Integrationsmobile’. Die Teilnehmer werden eingeladen, aktiv den symbolischen Gehalt und Wert eines Workshops in kleinen Gruppen künstlerisch abzubilden und die Gruppenergebnisse anschließend im Plenum zu einem Gesamtkunstwerk zusammenzufügen.

Frank Wippermann sorgt dafür, dass den Teilnehmern der Nutzen einer beschlossenen Veränderung für sich selbst, für die Organisation und für andere Betroffene umfassend klar wird. Der ‚Nutzenberater’ identifiziert die wahrscheinlichen positiven Effekte, fokussiert auf beobachtbare Beweise für das Eintreten der Effekte und hilft abzuschätzen, wann die erwarteten Wirkungen voraussichtlich eintreten werden.

Die von Armin Rohm präsentierte ‚Erfolgsfürsorge’ macht den Teilnehmern am Ende eines Changeworkshops die Unausweichlichkeit des Wandels deutlich, ohne die hierfür erforderlichen Anstrengungen zu verschweigen oder zu beschönigen. Die Teilnehmer identifizieren mögliche Hindernisse, erarbeiten Ideen zu deren Überwindung und gehen eine Selbstverpflichtung zur engagierten Unterstützung des Vorhabens ein.

Alfred Tschönhens stellt ist ein strukturiertes Verfahren vor, das zum Abschluss eines Projekts oder eines Workshops sowohl vertrauliches Feedback unter vier Augen als auch öffentliche Statements der Beteiligten ermöglicht. ‚Speedback’ stellt sicher, dass neben inhaltlichen Themen auch die Beziehungsaspekte eines Prozesses und die subjektiven Empfindungen der Akteure offen zur Sprache kommen.

Wolfgang Fänderl beschreibt eine interaktive Abschlussmethode für mittlere und große Gruppen. Der ‚Integrationsmarkt’ ermöglicht einen wertschätzenden Rückblick auf den gemeinsam gestalteten Prozess und sorgt für die nachhaltige, individuelle und kollektive Sicherung der wesentlichen Ergebnisse.

Das von Heike Ewert vorgestellte Tool ‚Transformer’ ermöglicht am Ende eines (Großgruppen-)Workshops eine zielgerichtete Diskussion zwischen allen Akteuren und verdichtet die Ergebnisse der vorangegangenen Phasen auf relevante Eckpunkte. Der Moderator steuert den Prozess, indem er gezielt Fragen zur praktischen Umsetzung der erarbeiteten Lösungsideen sowohl an die Protagonisten einer Podiumsrunde als auch an die Teilnehmer im Plenum richtet.