Das Schweigen der Kälber Stillleben aus einem deutschen Schlachthof. Von heute. Und jedem Tag. Die Schlachtung tragender Kühe kommt nun einmal vor. Rund 180.000 mal pro Jahr.

0
92
views

Liebe Abonennt*innen von Veganswer,

in der ersten Empörung über den aktuellen Fall haben wir uns dazu hinreißen lassen, unsere eigenen Prinzipien zu verletzen. Eins davon lautet, niemals blutige oder grausame Darstellungen zu verwenden. Wir entschuldigen uns hiermit in aller Form dafür.

Nach einem internen Gespräch sind wir überein gekommen, die Fotos der getöteten Rinder-Föten durch etwas Neutrales zu ersetzen. An den täglich stattfindenden Ungeheuerlichkeiten ändert das natürlich nichts. Der Inhalt des Textes bleibt relevant und wer diese traurigen Vorkommnisse wirklich dauerhaft beenden möchte, dem bleibt letztlich nur der Veganismus, denn alle Milchkühe, ob Bio- oder Massenhaltung, landen eher über kurz als über lang im Schlachthof und selbst erfahrene Tierärzte können eine Schwangerschaft nicht immer zweifelsfrei ausschließen.

Vielen Dank für Euer Verständnis.
Euer Veganswer-Team

 

Käse schmeckt. Ohne Käse kann man nicht leben. Und Caffe ohne Latte geht gar nicht. Das wissen wir alle. Also müssen sie leiden. Und sterben. Alle. Ohne Ausnahme.

Foto: pixabay

Milchkühe sind praktisch immer gleichzeitig schwanger und Milch gebend. Frau mag sich kaum vorstellen, wie sehr das körperlich und seelisch zehren mag.

Vergewaltigung, Schwangerschaft, Geburt, Verlust des Kindes, Ausgemolken bis zum letzten Tropfen, Vergewaltigung, Schwangerschaft, Geburt, Verlust des Kindes, Ausgemolken bis zum letzten Tropfen, Vergewaltigung, Schwangerschaft, Geburt, Verlust des Kindes…

Das hält keine länger als ein paar Jahre durch. Wenn dann eines Tages die Milchleistung nachlässt, oder wenn der Mensch keine Lust mehr hat, sie weiter auszubeuten, dann sind die Würfel gefallen. Todesurteil. Keine Revision. Kein Aufschub. Keine Begnadigung. Auch nicht für Schwangere. Schutz des ungeborenen Lebens? Es sind doch nur Tiere. Nur Abfall. Sondermüll.

Zitate der Zeugen:

„Unter Beachtung der gesetzlichen Lage, wurde die Schlachtung der trächtigen Kühe erlaubt, es ist nämlich nicht verboten. Vorsichtshalber wurde noch ermahnt, dass sie aber ethisch umstritten wäre. Unter Ausblendung des womöglich unbekannten Fremdwortes wurde die Schlachtung beschlossen.“

„Eine ganze Herde trächtiger Kühe. Abgesegnet vom Veterinäramt. Wenn wir sie nicht zur Schlachtung angenommen hätten, wären sie nach G. gekarrt worden. Da stellt man sich nicht so an. Verboten ist es ja auch nicht.“

„Die erste der Kühe war nicht nur im zweiten Drittel tragend, sondern hatte auch noch ihr vier Monate altes Kalb bei Fuß. Sie hat so ein nebelhornartiges Gebrüll für über eine Stunde von Anlieferung bis zum Tod veranstaltet, wie es normaler Weise nur Kälber hinbekommen. Sie war nass geschwitzt und dreckig und hatte eine pumpende Atmung wie nach einem Marathon, obwohl sie nur da stand. […] Als ich die beiden so sah, wusste ich, dass es die ungeborenen Kälber besser haben. Ihnen bleibt viel erspart.“

In der Tat. Es bleibt ihnen viel erspart. Wir zum Beispiel. Und unsere Ansichten darüber, wessen Leben von Wert ist, und wessen nicht. Unsere Vorstellungen von artgerecht und human. Betäubungslose Kastration. Die Trennung von der Mutter nach kurzer Zeit. Das einsame Dahinvegetieren im Kälber-Iglu. Enthornung. Stundenlange Transporte. Eisenmangel-Mast. Fehlbetäubung. Das Schicksal der Mutter. So ist es besser für sie.

Ja, man hat ihnen die Kehle aufgeschnitten. Der einzige Akt der Gnade an diesem Tag. Ihr Todeskampf hätte sonst womöglich wesentlich länger gedauert. Bei Lämmerföten wurden teils sogar noch eine Dreiviertelstunde nach der Entnahme aus dem Uterus noch Lebenszeichen wahrgenommen. Hätte der anwesende Tierarzt nicht darauf bestanden, wären sie nicht einmal in den Genuß dieser Erleichterung gekommen.

Wie mag es wohl sein, wenn du Mutter bist und mit deinem kleinen Kind im Schlachthof stehst und es nicht beschützen kannst? Es riecht nach Blut. Die Geräusche sind unbekannt, aber es klingt grob und gemein und gefährlich. Wie mag es wohl sein, wenn du über eine Stunde lang um Hilfe rufst, über eine Stunde lang um dein Leben und das Leben deines Kindes bettelst, ohne gehört zu werden? Wenn du rufst und brüllst und schreist, bis dir die Luft weg bleibt und dir das Herz wie ein Presslufthammer in der Brust stampft? Wie mag es wohl sein, wenn du mitanhören mußt, was denen geschieht, die vor dir dran waren?

Wie um Himmels Willen können wir dich erreichen? Gibt es denn gar nichts, das dein Herz erweicht? Was müssen wir tun, sagen, schreiben, malen, filmen, fotografieren, singen, schreien und weinen, damit du endlich aufhörst, für diesen Wahnsinn zu bezahlen, ihn in Auftrag zu geben? Was, um Himmels Willen, können wir tun?

Ist das, was du auf diesen Fotos siehst, vielleicht etwas, worauf man stolz sein kann? Sind das ehrenvolle Taten? Unvermeidlich? Kollateralschäden?1 Notwendiges Übel? Nein. Es ist nicht nötig. Wir sind erwachsen. Längst der Brust der eigenen Mutter entwöhnt. Abgestillt. Wir brauchen keine Milch mehr. Auch nicht die von fremden Frauen einer anderen Spezies. Nichts davon ist nötig. Wir laufen Amok auf diesem Planeten und töten alles, was uns zu nahe kommt. Vernichten alles, was vertrauensvoll ist, wehrlos, unschuldig.

Wende Dich ab. Du gehörst nicht dazu. Lass heute den ersten Tag sein, an dem Du vegan lebst. Niemand soll mehr für Dich leiden, niemand mehr für Dich sterben. Man hat Dich belogen. Du brauchst nichts davon.

#DieZukunftistvegan

  1. http://www.ndr.de/nachrichten/Leidvoll-Das-Schlachten-traechtiger-Kuehe,kaelber113.html []