Die Spitze der Nahrungskette Der Mensch als vermeintlicher Top-Prädator an der Spitze der Nahrungskette. Unwissen, Halbwissen oder Tatsache?

Die Spitze der Nahrungskette

Wir haben es hier mit einem der Dauerbrenner der Verteidiger*innen von tierlichen Nahrungsprodukten zu tun:

Ich stehe an der Spitze der Nahrungskette! 

oder auch gerne:

Ich habe mich nicht an die Spitze der Nahrungskette gekämpft,
um jetzt Gras zu fressen.

Wer mehr Beispiele sehen möchte, kann nahezu jeden x-beliebigen Diskussions-Thread von Veganer*innen vs Nichtveganer*innen öffnen und wird fast immer fündig werden.

Der Grundtenor ist folgender:

Der Mensch ist ganz oben, ist an der Spitze, oder der „Anführer“ der Nahrungskette, ist der Top-Prädator und somit berechtigt, andere Lebewesen nach Gutdünken zu benutzen und zu töten.

Doch stimmt das?

Vorab in Kürze:

Die Nahrungskette, oder vielmehr die Nahrungsketten, sind weder Vorschriften, an die man sich zu halten hat, noch Ermächtigungen, sich gewalttätig zu verhalten, sondern Gedankenkonstrukte, um den Fluss von Energie und Nährstoffen zu veranschaulichen.

Der eigene Platz in einer solchen Nahrungskette wird weder erkämpft noch erworben, sondern ergibt sich aus der für den jeweiligen Organismus geeigneten Nahrung. Die Nahrungskette als Begründung für die Wahl der eigenen Nahrung heranzuziehen, wäre also ein Zirkelschluss.

Menschen brauchen im Gegensatz zu echten, obligatorischen Karnivoren unbedingt pflanzliche Nahrung, um gesund zu bleiben. Ballaststoffe z.B., die in einer rein tierlichen Nahrung gar nicht vorkommen, sind enorm wichtig für unsere Darmgesundheit. Auch viele der Vitamine, die wir benötigen, kommen oft nur in Pflanzen vor (Vitamin C, z.B). Die Struktur unseres Verdauungssystems und unser Körperbau1 legen nahe, dass wir uns überwiegend, sehr wahrscheinlich sogar ausschließlich, pflanzlich ernähren2 sollten, obwohl wir auch tierliche Produkte in geringen Mengen vertragen. Wir verhalten uns wie Omnivore (behavioral), sind jedoch nicht verpflichtend (obligatorisch) omnivor. Als Mischköstler liegen wir bestenfalls in der Mitte der Nahrungskette.

Schauen wir uns nun etwas detaillierter an, womit wir es hier zu tun haben.

Was ist überhaupt diese „Nahrungskette“?

Bei Wikipedia gibt es einen sehr detaillierten und lesenswerten Artikel zum Thema3:

Zitat: Eine Nahrungskette ist ein Modell für die linearen energetischen und stofflichen Beziehungen zwischen verschiedenen Arten von Lebewesen, wobei jede Art Nahrungsgrundlage einer anderen Art ist, ausgenommen die Art am Ende der Nahrungskette.

Spektrum bietet eine weitere, sehr anschauliche Erklärung:4:

Dort steht: Darstellung von Nahrungsbeziehungen in Form einer linearen Aufreihung der beteiligten Produzenten, Konsumenten und Destruenten. Das erste Glied in der Kette bilden i.d.R. die grünen Pflanzen als Produzenten. Als Primärkonsumenten folgen Pflanzenfresser, als Sekundärkonsumenten Fleischfresser. Das letzte Glied der Kette bilden abbauende Tiere und Mikroorganismen (Destruenten). Bei jedem Schritt der N. geht Energie verloren (Energiefluss, Energiepyramide). Zu beachten ist, dass derartige lineare N. in der Natur selten vorkommen. Meist findet man ein ganzes Netzwerk von Nahrungsbeziehungen, das als Nahrungsnetz bezeichnet wird.

Es gibt also gar nicht die Nahrungskette, sondern viele verschiedene Nahrungsketten und auch diese eigentlich nicht so klar und eindeutig, sondern eher ein Gewebe von Ketten, ein Netz gegenseitiger Abhängigkeiten und Beeinflussungen.
GeoDZ stellt das in einem großartigen Bild dar5:

Nahrungsnetz, http://www.geodz.com/deu/d/NahrungsketteWie man hier sehr schön sehen kann, ist die gedankliche Vorstellung einer „Kette“ lediglich ein sehr vereinfachtes Denkmodell, da wir es tatsächlich mit einem Netz zu tun haben, einem Gewebe des Lebens.

Ebenfalls dürfte spätestens hier klar sein, dass man sich seinen Platz in der Kette nicht erkämpft, sondern dass dieser durch den eigenen Verdauungstrakt und die dafür geeignete Nahrung festgelegt wird.

Die Spitze der Nahrungskette

Eine „Spitze“ in dem Sinn gibt es also gar nicht. Es gibt einen gemeinsamen Anfang und ein gemeinsames Ende, die zusammen den Kreis schließen. Der Anfang liegt bei den Pflanzen, die Photosynthese betreiben können, also Organismen, die aus anorganischen Substanzen und Sonnenlicht organische Substanzen herstellen können. Der Endpunkt sind die Bakterien und Pilze, die alles wieder zersetzen und zerlegen, damit es erneut von Pflanzen für den Aufbau verwendet werden kann. Hier schließt sich der Kreislauf.

Man kann also nicht ein „Anführer der Nahrungskette“ sein, oder die „Spitze von allen und überhaupt“. Man kann höchstens auf unterschiedlich hohen Stufen im Nahrungsnetz stehen (Trophiestufen). Die Konsumenten auf der höchsten Stufe sind dann die obligatorischen Fleischfresser, also räuberisch lebende Tiere, die sich ausschließlich von Fleisch ernähren und auch gar keine pflanzliche Nahrung vertragen, bzw. diese nur in sehr geringen, teilweise vorverdauten Mengen, z.B. aus dem Darm der Beutetiere zu sich nehmen.

Produzenten, Konsumenten, Destruenten

Am Beginn von Nahrungsketten stehen Vertreter der Produzenten (Pflanzen), dann folgen Konsumenten (Pflanzenfresser, Allesfresser und Fleischfresser). Als Ende einer Kette wird meist ein Spitzenprädator dargestellt.

Der Spitzenprädator wird schließlich selbst zur Beute der Destruenten, der alles zersetzenden Bakterien und Pilze, die somit das eigentliche Ende der Kette bilden und zur Grundlage für deren Anfang werden. Es ist ein Kreislauf, ein Stoffkreislauf.

Mehr als eine Trophiestufe

Die Trophiestufe der Primärkonsumenten, also der reinen Pflanzenfresser, lässt sich relativ leicht bestimmen. Schwieriger wird es bei den übrigen Konsumenten, da ein und dieselbe Art sich auf verschiedenen Stufen befinden kann, je nachdem welche Kette man betrachtet.

Während die Position der Herbivoren noch relativ eindeutig zu definieren ist, ist die Rolle der Prädatoren schwieriger zu fassen, weil sie sich in der Regel von verschiedenen Organismen ernähren, die durchaus unterschiedliche Position in der Nahrungskette haben können. Zum Beispiel können Habichte Tauben erbeuten (Tauben sind Samenfresser, also Phytophagen). Die Nahrungskette umfasst dann drei Glieder, mit dem Habicht in dritter Position. Zu ihrem Beutespektrum gehören aber auch Meisen; diese sind Insektenfresser, also ihrerseits Prädatoren. Hier wäre der Habicht in vierter Position (Pflanze > Insekt > Meise > Habicht), oder sogar in fünfter, wenn das von der Meise erbeutete Insekt ebenfalls bereits ein Prädator war. Eine Art kann also mehr als eine Trophiestufe besitzen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nahrungskette

Warum niedrige Trophiestufen besser als hohe sein können

Hier möchte ich noch einmal den ausgezeichneten Beitrag bei Wikipedia heranziehen, der das Folgende detailliert aber dennoch gut verständlich beschreibt. Von Trophiestufe zu Trophiestufe entsteht ein Verlust von Energie und gleichzeitig eine Anreicherung von Schadstoffen.

Energieverlust

Da die Konsumenten mit der aufgenommenen Energie ihren Stoffwechsel aufrechterhalten (siehe Respiration, „Veratmung“), geht dem System bei jedem Umsatzschritt entlang der Nahrungskette ein Teil der nutzbaren Energie in Form von Wärme oder energiearmen Abfallprodukten verloren.

Durch die mit jedem Konsumtionsvorgang unvermeidlichen Verluste an Energie steht für jede trophische Ebene weniger Energie als für die darunter liegende zur Verfügung, meist wird als Faustformel ein übrig bleibender Anteil von 10 % angenommen (d. h. ein Verlust von 90 %)…
(https://de.wikipedia.org/wiki/Nahrungskette)

In der Tierwirtschaft wird das als „Veredelungsverlust6 bezeichnet, auch bekannt als Feed:Meat Ratio, also das Verhältnis von der Menge an Futter, die gegeben werden muss und dem daraus erzielten Fleischertrag, bzw. dem Ertrag an tierlichen Produkten. 

Veredelungsverluste … treten bei der Erzeugung tierischer Lebensmittel auf, wenn Nahrungsmittel, die direkt der menschlichen Ernährung dienen könnten (z.B. Getreide, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Fisch) an Tiere verfüttert werden. Ein Großteil des Energiegehaltes von pflanzlichen Nahrungsmitteln geht bei der Umwandlung zu tierischen Produkten verloren. Das Tier benötigt den größten Teil der Nahrungsenergie für den eigenen Stoffwechsel sowie für den Aufbau nicht-fleischliefernder Gewebe.

Von der gleichen Ackerfläche können folglich sehr viel mehr Menschen ernährt werden, wenn die darauf angebaute Nahrung direkt der menschlichen Ernährung dient.

Hier noch eine andere Erklärung7:

Bei der Umwandlung von pflanzlichem Futter-Protein in tierisches Protein entstehen erhebliche Veredelungsverluste. Durchschnittlich gehen 65 – 90 % der Nahrungsenergie und des Proteins pflanzlicher Futtermittel bei der Umwandlung zu tierischen Produkten verloren, d. h. nur etwa 10 – 35% der eingesetzten Futtermittel bleiben in Form tierischer Erzeugnisse „erhalten“. Das Tier benötigt den größten Teil der Nahrungsenergie und der Nährstoffe für den eigenen Stoffwechsel sowie für den Aufbau nicht-fleischliefernder Gewebe.

Was das für Auswirkungen hat, konnte man bereits 2013 in einem Bericht des Spiegel8 nachlesen:

Würde die gesamte Getreideernte zu Nahrungsmitteln verarbeitet und gar nichts mehr zu Futtermitteln für Rinder, Schweine oder Geflügel, dann könnten vier Milliarden Menschen mehr ernährt werden.

Oder, um Dr. Kurt Schmidinger in der GEO 9zu zitieren:

Man braucht im Schnitt mindestens sieben pflanzliche Kalorien, um eine Kalorie Fleisch zu produzieren. Fünf Kalorien gehen nur für den Stoffwechsel der Tiere drauf. Wir verfüttern 40 Prozent der Weltgetreideernte und 85 Prozent der Sojaernte an Nutztiere – und produzieren daraus primär Exkremente. Unter dem Gesichtspunkt der Welternährungssituation ist das natürlich Wahnsinn.

Nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Welternährungssituation ist das verrückt, wie ich ergänzen möchte, sondern auch unter dem Gesichtspunkt der immensen Umweltschäden, die dabei angerichtet werden und nicht zuletzt unter dem Aspekt des unfassbaren und völlig unnötigen Leids, das wir den anderen Tieren zufügen.

Schadstoffanreicherung

Die Konzentration von schädlichen Stoffen steigt von Trophiestufe zu Trophiestufe an1011. Das gilt für Umweltgifte, Pestizide, Schwermetalle usw. weil sich diese Stoffe im jeweils aufnehmenden Organismus anreichern. Je höher die eigene Trophiestufe, desto ungesünder die Nahrung, könnte man vereinfachend formulieren.

Tatsächlich können sich vor allem fettlösliche und nicht oder nur langsam abbaubare Stoffe (z. B. persistente Chlorkohlenwasserstoffe, Schwermetallionen) in aufeinander folgenden Nahrungskettengliedern unter bestimmten Bedingungen anreichern. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Biomagnifikation.

Innerhalb einer Nahrungskette nimmt die Konzentration der Schadstoffe((http://www.spektrum.de/lexikon/biologie-kompakt/bioakkumulation/1505)) in den aufeinanderfolgenden Trophiestufen (Trophie) zu. Eine Anreicherung im Organismus ist vor allem bei den chlorierten Kohlenwasserstoffen (DDT, Lindan) sowie bei Schwermetallen wie Blei, Cadmium und Quecksilber zu beobachten.

Ganz stark vereinfacht kann man also sagen, dass man umso weniger Energie verschwendet und umso weniger Schadstoffe mit der Nahrung aufnimmt, je niedriger das eigene trophische Niveau ist.

Nahrungskreislauf

Dominanz, vermeintliche Gewinner und Unterwerfung

Wieso möchten wir immer oben sein? Sieger auf dem Treppchen des vermeintlich allgemeinen und allgegenwärtigen Wettkampfs ums Überleben? Was ist so erstrebenswert daran, die Spitze der Nahrungskette, die Krone der Schöpfung zu sein? Ist unser Selbstwertgefühl so wackelig, dass wir uns selbst ständig gegenseitig bestätigen müssen, welch außergewöhnliche, großartige Wesen wir doch sind?

Wir halten uns für die Herrscher der gesamten Welt und denken, das gäbe uns das Recht, alles nach Gutdünken auszubeuten, zu benutzen und zu unserem Vorteil zu verwenden.

Zeigt sich nicht wahre Größe dann, wenn man bereit ist, sich selbst zu beherrschen, statt andere? Liegt wahre Größe darin, Wehrlose auszubeuten, oder nicht vielmehr darin, diese vor Willkür in Schutz zu nehmen? 

Wir nehmen immer nur und geben kaum etwas Brauchbares zurück. Wohin das führt, erleben wir gerade sehr schmerzlich: Klimaerwärmung mit immer heftiger werdenden Stürmen, drastischer Rückgang der Artenvielfalt, Insektensterben, Vogelsterben, Amphibiensterben, Rückgang der pflanzlichen Biodiversität, Dead Zones in den Ozeanen, Korallenbleiche, Regenwaldvernichtung, Versteppung und Verwüstung ganzer Regionen. Zerstörung, wohin das Auge blickt.

Statt alles zu beherrschen, auszubeuten, zu dominieren und dabei unendlich viel Schaden anzurichten, wäre es da nicht sinnvoller, sich endlich zu bemühen, ein nützlicher Teil des Ganzen zu sein? Jede Hummel, jede Ameise, jedes Eichhörnchen trägt mehr zum Erhalt der Biosphäre teil als wir. Wir zerstören, was all die anderen um uns herum aufbauen.
Ist unser Verhalten wirklich ein Zeichen von Intelligenz und Größe? Mir scheint, das Gegenteil ist der Fall.

So abgeschmackt es auch klingt: Wir schaufeln gerade unser eigenes Grab. Wir sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen. Dieser Planet braucht uns nicht für sein Ökosystem, aber wir brauchen den Planeten und eine intakte Biosphäre. Wir müssen diesen Satz endlich einsinken lassen und danach handeln. Es geht buchstäblich um Leben und Tod.

Angesichts der Information zu Energieverlust und Schadstoffanreicherung wäre es im Sinne der Erhaltung der eigenen Art doch eher geboten, möglichst Primärkonsument, also reiner Pflanzenfresser, statt Sekundär- oder gar Tertiärkonsument zu sein. Insbesondere da wir, im Gegensatz zu obligatorischen Fleischfressern, dazu auch leicht in der Lage sind.

Für diejenigen, die so dringend das Bedürfnis verspüren, die Spitze, die Krone, der Anführer zu sein, mag es tröstlich sein, dass das doch auch sehr speziell und besonders klingt. „Primär“ statt „Sekundär“ oder gar „Tertiär“ kommt unserem Konkurrenz- und Wettbewerbswahn zumindest in der Wortwahl wenigstens ein bisschen entgegen.

Die Nahrungskette als Rechtfertigung für Tierausbeutung

Kann das Heranziehen dieser Stoffkreisläufe als Rechtfertigung für Tierausbeutung herhalten? Meines Erachtens: Nein. Sie ist bestenfalls eine Erklärung, mehr nicht.

Die höchsten Stufen der trophischen Treppe, bevor sich der Kreislauf wieder schließt, werden tatsächlich von den obligatorischen Räubern besetzt, also von Tieren, die sich ausschließlich von anderen Tieren ernähren und sich auch nur so ernähren können. Diese haben, moralisch gesehen, tatsächlich ein „Recht“ dazu, denn ihr Verdauungstrakt, ihr Metabolismus lässt ihnen keine andere Wahl.

Wir menschlichen Tiere sind hingegen Allesfresser, jedoch noch nicht einmal obligatorische Allesfresser. Das heißt, wir können zwar auch tierliche Produkte zu uns nehmen, wir müssen es jedoch nicht tun.

Als Allesfresser befinden wir uns automatisch immer unterhalb der obligatorischen Räuber, die uns gerne verspeisen würden und es auch ab und zu tun. Tatsächlich befinden sich Menschen etwa auf der gleichen trophischen Stufe wie Schweine und Sardellen12.

Wo das Nahrungskettenargument sowieso nicht greift, sind all die Bereiche, in denen Tiere für Zwecke ausgebeutet werden, die nichts mit Nahrung zu tun haben, wie z.B. bei Kleidung (Leder, Seide, Wolle, Pelz, Daunen), Unterhaltung (Zoo, Zirkus, Pony-Karussell), Sport (Reiten, Hunderennen), Hygiene, Reinigung, Forschung ((Ärzte gegen Tierversuche: Warum Tierversuche nicht notwendig sind)). Tiere und deren Recht auf ihr eigenes Leben zu respektieren, umfasst mehr als nur Ernährung. Veganismus lehnt daher alle Formen der Tierausbeutung konsequent ab.

Die wahre Spitze der Nahrungskette

Das wahre Ende, die eigentliche „Spitze“ der Nahrungskette sind jedoch die Destruenten, also die Maden, Würmer, Schnecken, Bakterien und Pilze, die letztlich sowohl die Produzenten als auch alle Konsumenten und damit auch die Top-Prädatoren wieder zerlegen, abbauen und an den Anfang der Nahrungsketten zurückführen.

Und die Moral von der Geschicht?

Als moralische Wesen sollten wir Moral und Ethik zur Grundlage unserer Entscheidungen machen und nicht bei jeder Gelegenheit die Natur als vermeintlichen Freibrief für unethisches Verhalten missbrauchen. Als Rechtfertigung für die Ausbeutung von Milliarden empfindsamer Lebewesen taugt die Nahrungskette jedenfalls nicht. Eine absolute Notwendigkeit für Tierproduktekonsum lässt sich daraus beim besten Willen nicht ableiten.

Im Zweifel sollten wir uns immer auf unser Wertesystems besinnen. Einer, wenn nicht überhaupt der Eckpfeiler dieses Wertesystems ist die goldene Regel, die lautet: 
Was du nicht willst, dass man dir tu‘, das füg auch keinem andern zu.“

Wir wissen längst, dass die Tiere, die wir benutzen, ausbeuten und verzehren, fühlen und denken können, sowie eigene, existenzielle Interessen haben, die tagtäglich frustriert werden. Es handelt sich um Lebewesen, um Subjekte ihres eigenen Lebens, nicht um Objekte zu unserem Gebrauch. Das macht sie moralisch relevant. Sie sind ethisch zu berücksichtigen.

Tief in unseren Herzen wissen wir, dass es falsch ist, wie wir mit ihnen umgehen und deshalb reagieren wir auch so gereizt, wenn uns jemand daran erinnert. Das ist ein Symptom für die kognitive Dissonanz13, unter der wir praktisch ständig leiden. Es wäre so leicht, sowohl die Tiere aus ihren Gefängnissen, als auch uns aus unserem gedanklichen Gefängnis zu befreien:

Lebe vegan! Es ist möglich. Und es ist so einfach wie nie zuvor.


Verwendete Quellen:

  1. Dr. Milton Mills, Are Humans Designed to Eat Meat? https://www.youtube.com/watch?v=sXj76A9hI-o []
  2. tabellarische Darstellung: http://michaelbluejay.com/veg/natural.html []
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Nahrungskette []
  4. http://www.spektrum.de/lexikon/biologie-kompakt/nahrungskette/7996 []
  5. http://www.geodz.com/deu/d/Nahrungskette []
  6. http://www.ernaehrung.de/lexikon/ernaehrung/v/Veredelungsverluste.php []
  7. http://www.nachhaltigeernaehrung.de/Grundsaetze.40.0.html []
  8. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/heutiges-ackerland-koennte-vier-milliarden-menschen-mehr-ernaehren-a-914457.html []
  9. http://www.geo.de/natur/oekologie/3455-rtkl-fleischkonsum-und-klima-wir-muessen-weg-von-der-tierhaltung []
  10. https://de.wikipedia.org/wiki/Biomagnifikation []
  11. http://www.spektrum.de/lexikon/biologie-kompakt/bioakkumulation/1505 []
  12. https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article122585887/Mensch-ist-in-Nahrungskette-eher-Durchschnitt.html []
  13. http://veganswer.de/kognitive-dissonanz/ []

Über Susanne

Froh, vegan zu sein, als ob atheistisch nicht schon gereicht hätte.
Fühlende Wesen sind kein Eigentum. Ihre Körper, ihre Leben, ihre Kinder, ihre Freiheit, ihr Recht.

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