Es ist keine „Leidenschaft“ Ich hasse es, für Tierrechte aktiv sein zu müssen

Ein Text von Alex Gleason.

Menschen sagen mir immer wieder, dass sie meine Leidenschaft für Tierrechte einzutreten bewundern. Dies ist besonders dann entmutigend, wenn sie nicht einmal dazu bereit sind, damit aufzuhören, Tiere zu essen.

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Bild: pixabay

Es fühlt sich dann eher so an, als ob ich das Thema wäre, anstatt dass die Tierbefreiungs-Botschaft verstanden wird.

Es ist keine Leidenschaft. Menschen können leidenschaftliche Sport-, Kunst- oder Musikliebhaber sein. Das ist aber etwas ganz anderes. Leidenschaftliche Menschen genießen es, diese Dinge zu tun. Ich genieße es nicht, für Tierrechte aktiv zu sein.

Es ist körperlich und emotional anstrengend, und es macht mich unglaublich reizbar. Jedes Mal, wenn ich an einem gut besuchten Restaurant vorbeigehe oder Pferdekutschen sehe (hier in Philadelphia1 gibt es sie immer noch) verspüre ich eine Verpflichtung, dagegen meine Stimme zu erheben.
Denn wenn ich es nicht tue, wird es sonst niemand tun.
Weil ich leider einer der wenigen Menschen bin, die so handeln, muss meine Stimme so laut sein wie die von Hunderten.

Dass ich für Tierrechte aktiv sein muss, begeistert mich nicht. Die Tiere sind in einem ständigen Zustand ungeheuren Leidens, verursacht von Menschen, welche sich aktiv und passiv daran beteiligen. Das ist eine ungeheure Ungerechtigkeit.
Man kann nicht „leidenschaftlich“ beim Versuch sein, etwas zu korrigieren, was falsch ist. Es ist eine Verpflichtung! Jeder, der ein Gewissen hat, müsste auf diese Weise fühlen.
Wenn Ihr jemanden seht, der den Hals eines unschuldigen Tieres aufschlitzt, würdet Ihr ihn stoppen. Ihr würdet auch nicht wollen, dass Euch das angetan wird. Ihr würdet alles versuchen, damit dies nicht passiert.

Hört auf mir zu sagen, dass Ihr meine Leidenschaft bewundert!
Meine Leidenschaft ist Computer-Programmierung und ich spiele gerne Videospiele.
Der Versuch, diese Welt etwas weniger beschissen zu machen, ist keine Leidenschaft, es ist vielmehr etwas, auf das jeder einzelne von uns hinarbeiten sollte. Der Verzehr von Tieren ist falsch. Statt mir zu sagen, dass Ihr meine „Leidenschaft“ bewundert, solltet Ihr aufhören, Tiere zu essen.

Erkennt einfach, dass Tierleben den selben Wert haben wie unsere.

Mir zu sagen, dass Ihr meine Leidenschaft bewundert, verlagert das eigentliche Anliegen auf mich. Es geht aber nicht um mich – es geht um die Tiere. Statt Aussagen über mich zu treffen, hört doch einfach lieber auf, Tiere zu essen! Sie wollen verdammt nochmal nicht sterben, und sie wollen auch nicht, dass Ihr jemanden dafür bezahlt, sie zu töten.

 

Mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Originaltext von Alex Gleason

Creative Commons Lizenz CC-BY-SA-4.0

 

  1. in Berlin und München ebenso, Anm. d. Übersetzer*in []

Über Kirstin

Wenn man für Gleichberechtigung und gegen Ungerechtigkeiten seine Stimme erhebt, dann ist man nicht naiv, sondern man hat erkannt, dass die unsäglichen Sachen, welche täglich passieren, aus dem einfachen Irrglauben entstehen, dass der eine mehr wert wäre als der andere.

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