Ich esse trotzdem Fleisch!

Ich esse trotzdem Fleisch

Eigentlich ist es klar

Wenn nach unzähligen Diskussionen alle Aspekte der Thematik behandelt wurden, alle Scheinargumente als solche erkannt sind und sogar die Vorteile der veganen Ernährung verstanden wurden, dann kann es ja endlich mit der Ernährungsumstellung losgehen, oder?

Das könnte man zumindest annehmen, wenn man Menschen Vernunft unterstellt. Naiverweise unterliegt man oft dem Irrglauben, dass Personen generell so handeln, wie sie es für richtig und gut begründet halten. Leider ist dem nicht so.

Es kam nie wirklich auf die Argumente an

Offensichtlich glaubt auch jedes Individuum selbst daran, dass es vernünftig handeln würde, warum sonst, sollte es versuchen, die vegane Position mit seinen Argumenten zu entkräften. Wenn aber alle Einwände abgeschmettert sind, und es objektiv gesehen jetzt einfach nur richtig wäre, Tierprodukte zu streichen, dann wird ersichtlich, dass es nicht auf Argumente ankam.

Es ist kaum in Worte zu fassen, wie mächtig die Aspekte des Tierleids, der Umwelt und des Welthungers dafür sprechen, diesen Schritt zu machen. Und ebenso unbeschreiblich leer sieht die Liste der wirklichen Gegenargumente aus.

Es bleibt nur die allerletzte Rechtfertigung

Nun bleibt lediglich „Aber es schmeckt mir“ auf der Seite der Proargumente stehen, und scheint alle denkbaren Einwände im gesamten Multiversum aufwiegen zu können. Wie endlos schwach diese Aussage wirklich ist, insbesondere in Relation zu allen Nachteilen der fleischlastigen Kost, sollte ebenfalls erkannt werden.

Aber ich esse trotzdem Fleisch

Es freut mich wirklich, wenn jemand überhaupt so weit kommt, zu erkennen, dass alle anderen Rechtfertigungen sich in heißer Luft auflösen. Aber gerade diese letzte Reaktion ist aus meiner Sicht unglaublich frustrierend.
Nicht, dass es nicht schon anstrengend genug ist, ständig alle Vorurteile, Scheinargumente und Unwissenheit aufzulösen, es ist letztendlich auch noch sinnlos.

Argumente sind wichtig für sinnvolle Diskussionen

Hiermit appelliere ich an jene, die es schaffen, sich auf die Thematik einzulassen und erkennen, dass ein Ändern der Gewohnheiten nicht nur vernünftig, sondern eigentlich auch notwendig wäre.

Bitte bedenkt, dass ihr den Anspruch an euch haben solltet, entsprechend guter Argumente zu agieren. Diese Fähigkeit ist bei jeder Thematik wichtig. Ihr erwartet gleiches wahrscheinlich auch von allen anderen Menschen. Wer sich dafür entscheidet, diese Vernunft aufzugeben, nur, weil er*sie sich die Umgewöhnung unangenehm vorstellt, kann sich selbst bezüglich des rationalen Handelns und des Anspruchs an Argumente und Wissenschaftlichkeit nicht mehr ernst nehmen.

Wenn ihr mit anderen Menschen diskutiert und auf die Idee kommt, es mit „Sinn“ zu versuchen, dann denkt daran, dass ihr selbst euch wünscht, dass euer Gegenüber die Validität von Argumenten schätzt und dementsprechend handelt.

Stellt euch vor, wie es ist, wenn ihr eine Person von etwas überzeugen wollt, und mühsam alle Einwände entkräftet. Und wenn euer Gegenüber verstanden hat, dass ihr recht habt, dann bleibt ein einfaches, unbesiegbares „trotzdem“.

Das bringt die Menschheit weder im Kleinen noch im Großen weiter.

Fazit

Auch wenn es schwierig ist, umzudenken, Gewohnheiten zu ändern, zu handeln oder Fehler einzugestehen, bitte versucht den Anspruch an euch zu erheben, dass ihr dazu in entsprechender Situation in der Lage seid. Diese Fähigkeit sollt ihr auch von allen anderen erwarten, in jedem thematischen Bereich.
Damit steht und fällt die Hoffnung in die Menschheit.

Über Semantic Parser

Ich schreibe sowohl auf emotionaler, als auch auf sachlicher und argumentativer Ebene sehr gern. Ansonsten bin ich ITler, der das Programmieren liebt.
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