Glaubensbekenntnis Das alltägliche Credo all jener, die den Glauben an die Natürlichkeit, Normalität und Notwendigkeit des Gebrauchs von Tieren bereits mit der Muttermilch aufgesogen und niemals hinterfragt haben.

Ich glaube, dass es normal, natürlich und notwendig ist, Tiere auszubeuten und zu töten.

Ich glaube an artgerechte Haltung und humanes Töten.

Ich glaube, dass beim maschinellen Töten und Schlachten im Akkord niemals Fehler passieren.

Ich glaube, dass es Bio-Tieren gut geht.

Ich glaube, dass Kühe „einfach so“ Milch geben und dass Hühner „sowieso“ Eier legen.

Ich glaube an das Märchen von Old McDonalds kleiner Öko-Farm.

Ich glaube, dass in der Tierprodukteindustrie das Wohl der Tiere einen höheren Stellenwert hat als der Profit.

Ich glaube, dass die Tiere alle gesund sind und nur im äußersten Notfall Antibiotika und andere Medikamente bekommen.

Ich glaube, dass Kühe und andere Tiere keine Beziehung zu ihren Jungen haben und dass es sie deshalb nicht weiter stört, wenn man ihnen die Kinder weg nimmt.

Ich glaube, dass es Tierkindern nichts ausmacht, von ihren Müttern getrennt zu werden.

Ich glaube, dass Mutterschweine ihr Leben in Kastenständen verbringen müssen, weil sie sonst ihre Kinder erdrücken würden.

Ich glaube, dass wiederholte künstliche Befruchtung von Millionen weiblicher Tiere zwecks massenhafter Vermehrung ein ganz normaler und vor allem sehr natürlicher Vorgang ist.

Ich glaube, dass männliche Küken es sowieso nicht wirklich merken oder begreifen, wenn sie geschreddert oder vergast werden, weil es bestimmt „ganz schnell“ geht.

Ich glaube, dass es unmöglich ist, ohne tierliche Produkte zu leben.

Ich glaube, dass ich nie ohne Käse leben könnte.

Ich glaube, dass ich ohne tierische Proteine Mangelerscheinungen bekomme.

Ich glaube, dass ich ohne das Kalzium in der Kuhmilch umgehend Osteoporose bekomme.

Ich glaube, dass man nur Tieren B12 ins Futter mischen darf und dieses Vitamin niemals direkt an Menschen verabreichen darf, denn das wäre unnatürlich.

Ich glaube, dass es ein schöner Tod ist, wenn man beim friedlichen Essen hinterrücks von einem Jäger erschossen wird.

Ich glaube, dass es nötig ist, Tiere in Zoos einzusperren, um die Art zu erhalten.

Ich glaube, dass Zirkustiere Spaß an debilen Kunststückchen haben.

Ich glaube, dass wissenschaftlicher Fortschritt ohne Tierversuche nicht möglich ist.

Ich glaube, dass Krustentiere keinen Schmerz empfinden, also, jedenfalls nicht so wie wir.

Ich glaube, dass bei den Tiertransporten zum Schlachthof immer in verantwortungsvoller Weise auf das Wohl der Tiere geachtet wird.

Ich glaube, dass die Einzelhaft von Kleintieren eine lehrreiche Erfahrung für Menschenkinder ist.

Ich glaube, dass die Berichte über Grausamkeiten in der Tierprodukteindustrie alles, alles bedauerliche Einzelfälle sind.

Ich glaube, dass Pflanzen auch leben und Gefühle haben und dass man sie deshalb vorher in großen Mengen an Tiere verfüttern sollte, um dann nachher die Tiere zu essen. Mit Pflanzen als Beilage, weil Obst und Gemüse gesund sind.

Ich glaube, dass ohne Milliarden Tonnen Gülle und Mist als Dünger für die Felder keine Landwirtschaft möglich ist.

Ich glaube, dass Veganer ideologisch verblendete Spinner sind.

Ich glaube alles, was mir die Tierprodukte- und Tierausbeutungsindustrie auftischt.

Ich glaube, dass etwas verschwindet, wenn ich mir ganz fest die Augen zuhalte und es nicht mehr sehe.

Ich glaube, dass Gott, der Herr, in seiner Güte empfindungsfähige Geschöpfe nur deshalb erschaffen hat, damit wir sie quälen, ausbeuten, töten und konsumieren können.

Ich glaube an die Nahrungskette, den Kreis des Lebens, das Überleben des Stärkeren, fressen und gefressen werden, leben und leben lassen, vor allem aber daran, dass es angemessen ist, auf das Leid von Milliarden wehrloser Lebewesen und den Kummer von Veganern mit abgedroschenen Phrasen zu antworten.

Vor allem aber glaube ich mir selbst, wenn ich behaupte, dass ich nur „ganz wenig“ Fleisch esse und selbstverständlich nur vom Bio-Bauern nebenan.

So wahr ich das von meinen Eltern gelernt habe, die es von ihren Eltern gelernt haben und diese wiederum von den ihren, wie es alter Väter und Mütter Sitte ist.

Amen.

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So viel zum Thema „Ideologie„.

Über Susanne

Froh, vegan zu sein, als ob atheistisch nicht schon gereicht hätte.
Fühlende Wesen sind kein Eigentum. Ihre Körper, ihre Leben, ihre Kinder, ihre Freiheit, ihr Recht.

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