… so wunderbar wie möglich … ChickPulp: Abenteuerliches aus der Tierausnutzung.

Bei manchen Artikeln denkt man: „Noch abartiger geht es nun wirklich nicht“, aber dann taucht doch wieder etwas auf, das die Latte noch ein wenig tiefer legt: ChickPulp.

Olivia, eine von 5 geretteten Hennen.

Olivia, eine von 5 Hennen, die aus einer Eierfarm mit einem Bestand von über 120,000 Individuen gerettet wurde.
Foto: Jo-Anne McArthur, We Animals, http://weanimals.org/gallery.php?id=36#ph5

Dabei handelt es sich um einen mobilen „Chicken Pulper“. Ein Gerät, das man per Lastwagen direkt zu den Eierfarmen bringen kann. Dann macht das Gerät aus eben noch atmenden, lebenden, zappelnden und verzweifelt um ihr Leben schreienden „verbrauchten“ Legehennen Brei. Denn das bedeutet das Wort Pulp.

Brei. Mus. Matsch.

Es ist ein transportabler „Hühner-Zermalmer“.

Immerhin tötet das Gerät die Hühner „so stressfrei wie möglich“ mit einer „Effizienz, die ganz neue Dimensionen erreicht„. Selbst mit Krankheiten infizierte Hühner-Scharen kann man so „gründlich und extrem sicher entsorgen„.

Wer sich selbst überzeugen möchte, bitte sehr:
http://www.petsmoproducts.fi/sites/eng.petsmoproducts.fi/Pages/Chick%20Pulp.aspx

So stressfrei wie möglich. Klingt schön, nicht wahr? Bei solchen Formulierungen bleibt meistens nur das Adjektiv in Erinnerung, aber der kleine, unauffällige Zusatz „wie möglich“ verliert sich auf magische Weise in den Tiefen bequemer Vergesslichkeit.

Wie bestimmt alle schon einmal leidvoll erfahren mussten, bedeutet, wenn man etwas „so schnell wie möglich“ erledigt, nicht etwa, dass es sofort gemacht wird. Das kann einen Zeitraum von „sofort“ über „irgendwann“ bis „nie“ umfassen. Der Zusatz „wie möglich“ hebt alles Vorhergehende auf und befördert es in die Unverbindlichkeit.

Doch selbst wenn diese Art des maschinellen Tötens empfindungsfähiger Lebewesen tatsächlich „stressfrei“ vonstatten ginge, nicht nur „wie möglich“, sondern tatsächlich, wäre es immer noch ein himmelschreiendes Unrecht.

Wer, verdammt nochmal, gibt uns eigentlich das Recht, empfindungsfähige Lebewesen als „verbraucht“, „nutzlos“ und „nicht mehr profitabel“ abzustempeln?

Wer, verdammt nochmal, gibt uns das Recht, empfindungsfähige Lebewesen massenhaft gewaltsam zu erzeugen, in Verliesen auf engstmöglichem Raum quasi übereinander zu stapeln, maximal auszubeuten und dann brutal zu zerstören?

Und, Frage aller Fragen, würden die Herren und Damen Entwickler dieser Monstrosität und die Damen und Herren Konsumenten der solcherart erzeugten Produkte eventuell in Betracht ziehen, selbst mithilfe dieser Maschine aus dem Leben zu scheiden? Immerhin geschähe es ja so „stressfrei wie möglich“. Das ist einem langen Krebs- oder anderem Altersleiden doch sicherlich vorzuziehen.

Würde irgend jemand sich freiwillig einer Maschine komplett ausliefern? Würden Sie sich einer vollautomatischen, maschinellen Pediküre unterziehen? Würden Sie der Maschine zutrauen, dies absolut sicher und 100%ig schmerzfrei zu erledigen?

Schalten Sie Ihr Gehirn ein! Wenden Sie Ihre Lebenserfahrung an!

Am Beispiel Pediküre wird bereits klar:
Selbst wenn den IngenieurInnen, die diese Maschine entwickelten, die optimale Behandlung ihrer Kundschaft am Herzen läge, denn sie soll ja wiederkommen, und wenn ihnen deshalb wichtig wäre, dass die Maschine auch ganz sicher ja keine Schmerzen verursacht und immer absolut zuverlässig fehlerfrei liefe; selbst unter diesen Voraussetzungen könnte man nie 100%ig sicher sein, alle Zehen zu behalten, wenn der große, superscharfe Zehennagelklipser zur Anwendung kommt. Also, mir jedenfalls wäre da sehr mulmig zumute

Nun können Sie sich hoffentlich eine bildhafte Vorstellung davon machen, wie diese Maschine mit den Hühnern umspringen mag. Denn die Hühner haben kein Mitspracherecht. Nicht die Hühner sind die Kundschaft. Ob sie Angst oder Schmerzen haben ist nicht nur zweitrangig, es hat gar keine Bedeutung. Der Vorgang muss effizient sein. Und billig. Nichts weiter. Was dabei heraus kommt, wenn dies die alleinigen Kriterien sind, kann sich jeder leicht selbst ausrechnen.

Aber wissen Sie was? Sie können sicher sein, dass Ihnen selbst diese lebensverachtende, monströse Maschine noch als tierfreundlich und nachhaltig verkauft wird. Es „erspart“ den Hühnern nämlich den Transport zum Schlachthof. Ganz in ihrem Interesse. Ist das nicht wunderbar?

… so wunderbar wie möglich eben …

Über Susanne

Froh, vegan zu sein, als ob atheistisch nicht schon gereicht hätte.
Fühlende Wesen sind kein Eigentum. Ihre Körper, ihre Leben, ihre Kinder, ihre Freiheit, ihr Recht.

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