Veganer zerstören Arbeitsplätze… ...wahlweise füttern sie auch “die Industrie”

 

„Zu viele Vegetarier in Linden? Traditions-Schlachterei am Ende“ titelt die Bild.

Schön wäre es ja, wenn die Metzgereien gegen Vleischereien eingewechselt werden, weil immer mehr Menschen Tierfleisch gegen Pflanzenfleisch austauschen.

Schon seit längerem wird immer wieder von Metzgerei-Schließungen berichtet. Diese Veränderung dürfte jedoch leider nicht einer Hinwendung zu einer tierfreundlicheren Lebensweise geschuldet sein, da noch immer etwa 80kg Fleisch verbraucht, bzw. 60kg Fleisch pro Kopf verzehrt werden, sondern dem geänderten Einkaufsverhalten.

Statt zum Gemüsehändler, zum Bäcker, zum Fleischer oder den Markt, geht es heute zum Supermarkt oder Discounter. Alles an einem Fleck einkaufen spart Zeit und Aufwand. Denn dort bekommt man nicht nur die Lebensmittel, sondern auch noch das Paket Toilettenpapier, das Spülmittel und den Strauss Blumen als Geschenk für die Nachbarn.

Der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie geht sogar davon aus, dass 40% der Lebensmitteln im Discounter gekauft werden. Bei Geflügelfleisch sollen es über 50% und bei Fleisch- und Wurstwaren immerhin noch 43% sein, die im Discounter gekauft werden. Der Rest teilt sich dann auf Supermärkte, Metzgereien, Hofläden, sonstige Direktvermarkter usw. auf.

Das Einkaufsverhalten spricht also nicht nur für die Suche nach immer günstigeren Lebensmitteln, sondern widerspricht auch den immer wieder vorgebrachten Erklärungen, dass man ja nur wenig Fleisch äße und wenn, dann nur aus biologischer Erzeugung vom Bauern nebenan oder dem Metzger des Vertrauens.

Entspräche dies den Tatsachen, würden Hofläden und Metzgereien boomen, während Discounter Tierfleischprodukte auslisten würden.

Wer also für einen Verlust an Arbeitsplätzen sorgt, sind also die potentiellen Kunden der Metzgereien selbst.

Vegetarier und Veganer dagegen schaffen Arbeitsplätze bei Erzeugern pflanzlicher Fleischprodukte. Diese Tatsache jedoch wird ihnen dann auch wieder zum Vorwurf gemacht.

Die Fleischindustrie erntet seltenst Kritik. Obwohl die dramatischen Auswirkungen auf die Tiere, die Umwelt und sogar die eigenen Arbeiter hat, wird diese Industrie von einer Mehrheit der Bevölkerung nicht nur toleriert, sondern durch Produktkauf finanziert.

Kritik erntet nur die Pflanzenfleischindustrie. Sofort gilt sie als der “Versuch Geld zu machen”, die Produkte als “unnatürlich”, obwohl weniger schädliche Zutaten als in Tierfleischprodukten verwendet werden und eine Verpackung aus Plastik als umweltunfreundlicher als die Plastikverpackung von Tierfleischprodukten.

Für 2016 wäre da eine differenziertere Betrachtung wünschenswert.

Über Hella

Ich arbeite im NRO-Bereich und nutze meine Freizeit gern für Tierrechtsaktivitäten.

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles, Einwände, Gegenargumente, Medienberichte abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.