Welche Wirkung haben Werbebotschaften auf uns? Überall und nahezu unvermeidbar sind wir Werbung ausgesetzt.

Werbung überschreitet häufig nicht nur soziale & regionale Grenzen, sondern auch jegliches Taktgefühl.

Voltaire sagte einst: „Wer dich dazu bringt, Absurditäten zu glauben, bringt dich auch dazu Ungeheuerlichkeiten zu tun.“

Willkommen in der Welt der Manipulation, der Propaganda, des Lobbyismus und des maximalen Profits, koste es was es wolle!

Auf welcher Informationsbasis und durch welchen Werbeträger positive Kaufentscheidungen getroffen werden ist der Tierleidindustrie relativ egal, solange das ethische Bewusstsein des potentiellen Käufers nicht reagiert und in die Quere kommt.

Die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft, die 2009 aufgelöst wurde, hat in Sachen Werbung für Fleisch, Eier und Milch ganze Arbeit geleistet. Bereits ab den 50er Jahren wurden auf allen öffentlich-rechtlichen Rundfunk-Kanälen, auf Messen und Veranstaltungen besagte Produkte mit Slogans wie „Milch macht müde Männer munter“, „Die Milch macht’s“, „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“, „Fleisch. Tu Dir was Gutes“, „Ich liebe schöne Schenkel“, „Eier – die Powersnacks für Champions“ u.v.m. angepriesen und als gesunde, unverzichtbare Lebensmittel beworben. Des Weiteren wurde speziell für Lehrer, Ernährungsberater, Vertreter und Journalisten werbewirksames Informationsmaterial zur Verfügung gestellt, das bei den potenziellen Kunden den Eindruck erwecken sollte, es handelt sich um lebensnotwendige, gesunde Nahrungsmittel – gewonnen von fürsorglich behandelten, artgerecht gehaltenen und glücklichen Tieren.

Noch heute aktuell: Schulmilchprogramme vom Kindergarten bis zum Abitur und als Höhepunkt der jährliche Welt-Schulmilchtag, jeden letzten Mittwoch im September. Sexistische, geschmacklose, Opfer verhöhnende und irreführende, unehrliche Werbung für Fleisch. Wer fernsieht, Radio hört, oder Magazine liest, kann sich diesen Werbebotschaften kaum entziehen. Sie begegnen uns außerdem unvermeidbar auf Plakaten an Litfaßsäulen, in Vitrinen, Schaufenstern und in Prospekten, die man uns in den Briefkasten schmeißt.

Selbst, oder gerade, Kindergarten- und Schulkindern wird so schon von klein auf suggeriert, dass es vollkommen normal ist Tiere zu (be)nutzen, zu essen, auszubeuten und zu töten. Kinder irritiert das oft sehr, weil sie Tiere eigentlich mögen und ihnen nicht weh tun möchten. Nicht selten empfinden sie sogar Unbehagen dabei Tiere zu essen. Ihnen wird dann meistens vorgegaukelt, dass das schon immer so war, notwendig ist um gesund zu sein/bleiben und dass den Tieren das eigentlich gar nichts ausmacht. So als hätte man sie bei der kontrollierten Fortpflanzung gegen Gefühle, Schmerz und Angst immunisiert. In den allerwenigsten Fällen, entgegen allgemeiner Behauptungen, sagt man ihnen die Wahrheit.

Welche Wirkung haben Werbebotschaften auf uns?

Wenn wir nun denken, der Konsum von Fleisch, Eier und Milch sei ganz natürlich und selbstverständlich, dass wir schließlich selbst entscheiden was wir konsumieren oder nicht, dann unterschätzen wir die Kraft und die psychologische Wirkung, sowie den nachhaltigen Einfluss der Werbung auf uns. Es mag sein, dass wir in dem Moment wo wir mit Werbung in Kontakt kommen, nicht sofort reflektieren, was diese mit uns macht, aber sie hinterlässt Spuren und beeinflusst uns direkt und auch indirekt. Für die meisten Menschen gewinnt ein Produkt noch mehr an Glaubwürdigkeit, wenn die Mehrzahl der Bevölkerung ebenfalls die beworbene, alltägliche Ware kauft.

Eigenständige und unabhängige Entscheidungen treffen zu können ist uns nahezu unmöglich, solange wir nicht anfangen „das scheinbar Normalste auf der Welt“ zu hinterfragen, zu beleuchten und ggf. in Frage zu stellen. Oft entpuppt sich dann die gelebte Gebräuchlichkeit als der reinste Irrsinn und die Beweggründe dafür als unhaltbare Klischees & Plattitüde.

Aussagen wie: „Ich entscheide immer noch alleine was ich esse“ beruhen allzu oft nur auf einer Illusion. Die Realität sieht fast immer anders aus. Wir erkennen das generell erst, wenn wir die Bereitschaft und den Mut aufgebracht haben, gewohnten Verhaltensmustern kritisch zu begegnen. Es sind meistens nicht „die Veganer“ die anderen ihre Sicht- und Lebensweise suggerieren, es ist die jahrelange Gewohnheit, die Berieselung der allgegenwärtigen Dauerwerbung und auch die Angst vor Veränderung.

Menschen, die sich im Laufe ihres Lebens bewusst für eine vegane Lebensweise entschieden haben, durchliefen einen Prozess, der Ihnen mit großer Wahrscheinlichkeit einen breiteren Blickwinkel verschafft hat.

Wenn wir es uns erlauben, unser Konsumverhalten aus einer gewissen Distanz zu betrachten um neue Sichtweisen zu entdecken, unsere Betrachtungsweise etwas justieren, erscheint die Perspektive auf ein größtmöglich gewaltfreies Leben vielleicht gar nicht mehr so utopisch.