Wie ich zukünftig Diskussionen mit Omnis führen werde Gastbeitrag von Timo Stoll

Bild: pixabayLässt du dich auch so gerne und viel zu oft dazu verführen in Sozialen Netzwerken und Foren in Diskussionen zum Thema Veganismus einzusteigen? Plötzlich steckst du mittendrin. Auf jede beantwortete Frage und auf jedes widerlegte „Argument“ folgen fünf neue und jedes absurder, stumpfsinniger und verletzender als das Letzte. Alle gegen einen, Logik interessiert nicht. Und Mitgefühl ist doch eh nur etwas für verweichlichte Looser. Aber bitte immer schön freundlich bleiben. Die Militante-Veganer-Keule wartet schon auf ihren Einsatz. Bei jeder Benachrichtigung über eine neue Antwort zuckst du zusammen und du weißt, dass du auch den nächsten Beitrag beantworten musst, obwohl, oder gerade weil dieser vor Ignoranz nur so strotzt. So werden aus Minuten Stunden und mit etwas Pech zieht sich das ganze über zwei Tage hin, bis der Strom der Ignoranz abklingt oder du einfach völlig mental entkräftet aussteigst. Du fühlst dich unendlich leer. Natürlich konntest du wieder niemanden überzeugen. Das erwartest du auch schon lange nicht mehr und klammerst dich an die Vorstellung, dass unter den stillen Mitlesern Menschen waren, die du zumindest zum Nachdenken angeregt hast.

Warum lassen wir uns in diesen Diskussionen eigentlich immer wieder auf Nebenschauplätze ziehen? Wie unsere Vorfahren vor 10.000 Jahren gelebt haben, wie sich unsere Großeltern ernährt haben, ob sich das Gehirn erst durch die Nutzung tierischen Eiweißes entscheidend weiterentwickelt hat, dass es den Inuit und den Massai eher nicht möglich ist, vegan zu leben, dass der Löwe die Antilope frisst und uns gleich mit, wenn er die Möglichkeit dazu bekommt, etc. ist für uns im hier und jetzt doch völlig irrelevant. Nebelkerzen wie diese dienen lediglich dazu vom Wesentlichen abzulenken, Zeit zu gewinnen und uns zu zermürben.

Um diesen Zeit und Energiefressern besser begegnen zu können, habe ich mir folgende Grundpfeiler einer veganen Argumentation überlegt. In diesen Bereichen sind wir argumentativ am stärksten und sichersten. Solange diese Punkte nicht rational widerlegt sind, werde ich mich in Zukunft grundsätzlich nicht von diesen herunter locken lassen, bzw. werde ich mich gegebenenfalls auf diese zurückziehen. Mögliche Ausnahmen sehe ich bei Fragen zum Thema mit augenscheinlich echtem Interesse und bei Elfmeter-Ohne-Torwart-Argumenten wie „Pflanzen haben auch Gefühle.“.

1.
Es ist falsch, Lebewesen unnötiges Leid zuzufügen.
1.1.
Empfindsame Lebewesen leiden, wenn sie ausgebeutet, gequält und/oder getötet werden.
1.2.
Wenn du anderer Meinung bist, begründe diese bitte rational und logisch nachvollziehbar und/oder benenne entsprechende wissenschaftlich fundierte Quellen.

2.
Du brauchst keine tierischen Produkte, um dich gesund zu ernähren.
2.1.
Wenn du anderer Meinung bist, benenne die Stoffe, die sich nicht auf pflanzlicher Basis, bzw. vegan zuführen lassen. Nenne dazu bitte wissenschaftlich fundierte Quellen und/oder argumentiere rational und logisch nachvollziehbar.

Ich denke, wir sollten gewisse Spielregeln einfordern und wenn diese nicht erfüllt werden, die Diskussion gegebenenfalls auch mal kurz und schmerzlos verlassen.

Es kann und sollte nicht sein, dass wir uns immer wieder dazu verleiten lassen Unmengen an Zeit und Energie an Menschen zu verschwenden, die überhaupt kein Interesse am Thema haben und nur darauf aus sind, Menschen als vegane Spinner abzuwerten und zu diskreditieren, um weiterhin mit vermeintlich gutem Gewissen ihren auf Ausbeutung und Zerstörung basierenden Lebensstil ausleben zu können.

 

Über Susanne

Froh, vegan zu sein, als ob atheistisch nicht schon gereicht hätte.
Fühlende Wesen sind kein Eigentum. Ihre Körper, ihre Leben, ihre Kinder, ihre Freiheit, ihr Recht.

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